Filmmusiktage Sachsen-Anhalt

Galakonzert der 8. Filmmusiktage Sachsen-Anhalt 2015 in der Oper Halle (Saale) © Joachim Blobel

Allgemeines

Die Filmmusiktage Sachsen-Anhalt, initiiert und durchgeführt von der International Academy of Media and Arts (Halle) und von Anfang an unterstützt von der Staatskanzlei Sachsen-Anhalt sowie der Mitteldeutschen Medienförderung, finden seit dem Jahr 2008 jährlich im Herbst in Halle (Saale) statt. Anliegen der Initiatoren war es, Filmschaffende, Wissenschaftler, Studierende und Filmmusikenthusiasten zusammenzubringen, um der Filmmusik, die oftmals am Erfolg eines Filmes entscheidend beteiligt ist, ein Podium zu bieten. Neben wissenschaftlichen Vorträgen stellen bekannte Komponistinnen und Komponisten ihre Werke vor ebenso wie Nachwuchstalente. In Werkstattgesprächen berichten Filmschaffende über die Zusammenarbeit von Regie, Musik und Sounddesign bei aktuellen Filmprojekten. Dabei werden Film- und Musikbeispiele präsentiert, die sich manchmal noch im Arbeitsstadium befinden. Das künstlerisch und handwerklich anspruchsvolle Zusammenwirken der filmischen Gewerke in Produktion und Postproduktion wird so für das Publikum unmittelbar erlebbar.

Begonnen als Fachkongress mit abschließendem Galakonzert, umfassen die Filmmusiktage inzwischen eine internationale Masterclass für Nachwuchskomponisten, Filmreihen in lokalen Kinos, Sonderkonzerte, den Kongress und das glanzvolle Abschlusskonzert mit der Staatskapelle Halle unter der Leitung von Bernd Ruf, das üblicherweise vom Radiosender MDR Kultur übertragen wird. Stargäste wie Eva Mattes, Elke Heidenreich, Judy Winter, die Jazz-Sängerin Victoria Tolstoy, die portugiesische Fado-Sängerin Misia, der Jazz-Klarinettist Rolf Kühn oder im Jahr 2023 die Jazzsängerin Julie Silvera verleihen dem Galakonzert Glanz. Ihre Interpretationen von Filmmusik legen Zeugnis ab von der Bandbreite und Eigenständigkeit eines musikalischen Genres, das lange Zeit nur wenig Beachtung gefunden hat.

Namhafte Regisseure wie Sönke Wortmann (Das Wunder von BernDie Päpstin), Philipp Stölzl (Goethe!Der Medicus) oder Georg Maas (Zwei Leben; nicht zu verwechseln mit dem halleschen Musikpädagogikprofessor gleichen Namens, der die Filmmusiktage wissenschaftlich begleitet) geben sich mit renommierten Fachwissenschaftler*innen und Filmkomponist*innen beim Kongress die Klinke in die Hand.

Seit 2014 wird im Rahmen der Filmmusiktage Sachsen-Anhalt von der DEFKOM (Deutsche Filmkomponist:innen Union) der Deutsche Filmmusikpreis in verschiedenen Kategorien verliehen als in dieser Branche einzigartige Trophäe in Deutschland. Dies führt jährlich prominente nationale und internationale Filmmusikkomponistinnen und -komponisten nach Halle, die einen Hauch von Hollywood versprühen und das Kongressangebot bereichern. So konnten beispielsweise die Oscar-Preisträger*innen Rachel Portman (Chocolat), Steven Warbeck (Shakespeare in Love), Volker Bertelmann (Im Westen nichts Neues) und John Ottman (Bohemian Rhapsody) in Halle begrüßt werden. Bekannte Namen wie Patrick Doyle (Viel Lärm um nichtsHarry Potter und der Feuerkelch,), Jeff  Beal (House of CardsMonk), Günther Fischer (Solo Sunny), der Schöpfer der Winnetou-Musiken Martin Böttcher, Klaus Doldinger (Das BootDie unendliche Geschichte), Harold Faltermeyer (Beverly Hills Cop) und der südafrikanische Filmmusikkomponist Trevor Jones (Der letzte MohikanerNotting Hill) stehen ebenfalls auf der Gästeliste. Auch die aktuelle deutschsprachige Filmmusikszene ist reich vertreten. So fanden sich bisher u. a.  Enjott Schneider, Sascha Dauenhauer, Marcel Barsotti, Ingo Frenzel, Freya Arde, Martina Eisenreich, Christine Aufderhaar, Niki Reiser, Annette Focks, David Reichelt, Karim Sebastian Elias, Ulrich Reuter und der im Mansfelder Land aufgewachsene Mario Schneider (vgl. auch den Musikkoffer-Artikel zum Peitschenknallen im Mansfelder Land) – einige davon bereits mehrmals –  in Halle ein (eine Liste sämtlicher Teilnehmer hier).

Die Filmmusiktage verfügen seit 2021 über die eigene Schriftenreihe Film – Musik – Sound im renommierten Film-Verlag Schüren (Marburg). Neben der Publikation geeigneter Kongressbeiträge, ergänzt um thematisch passende Aufsätze, werden auch herausragende Monografien aus dem Umfeld der Filmmusik in die Reihe aufgenommen.

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Logo der Filmmusiktage Sachsen-Anhalt CC BY-SA 3.0, IAMA2014 – Eigenes WerkWerk Werk ist die Zusammenfassung von Gehäuse, Pfeifen und Windlade eines selbstständigen Teils der Orgel. Jedes dieser Teilwerke wird in der Regel mit einer eigenen Tastatur gespielt.
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Galakonzert der 10. Filmmusiktage 2017: Bernd Ruf, Judy Winter, Rolf Kühn (†), Staatskapelle Halle © Joachim Blobel

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Helen Hahmann

Helen arbeitet freiberuflich für das Netzwerkbüro und ist die verantwortliche Redakteurin für das Projekt #volltemperament. Die promovierte Musikethnologin ist unter anderem Expertin für das Instrument mit den 1000 Namen, das in jede Hosentasche passt: die Maultrommeln, sowie für das Jodeln und die Jodlerwettstreite im Harz. Sie arbeitet darüber hinaus als Hörfunkautorin und Audiobiografin.