Johanniskirche Magdeburg

Foto: Investitions- und Marketinggesellschaft Sachsen-Anhalt mbH / Harald Krieg

Geschichte

Hier predigte einst Martin Luther und legte damit den Grundstein für den Übertritt der Stadt Magdeburg zum Protestantismus. Dem Physiker Otto von Guericke, Magdeburgs berühmtestem Sohn, der während des Dreißigjährigen Krieges dort auch Bürgermeister war, ist im Untergeschoss eine Gedenkstätte in der freigelegten Familiengruft gewidmet. Mehrfach im Laufe ihrer langen, wechselvollen Geschichte durch Brände oder Kriege zerstört und wieder aufgebaut, ist die Magdeburger Johanniskirche heute ein Veranstaltungsort für Konzerte, Tagungen und Feiern, der historische Architektur und Moderne miteinander vereint.
Die Ursprünge der Johanniskirche gehen bis ins 10. Jahrhundert zurück, als erstmalig ein Vorgängerbau urkundlich erwähnt wurde. Sie gilt als älteste Pfarrkirche Magdeburgs. Im 18. und 19. Jahrhundert wirkten dort die sachsen-anhaltischen Komponisten Johann Heinrich Rolle und Gustav Rebling als Organisten.
Nach Bombardement und weitestgehender Zerstörung Ende des Zweiten Weltkriegs blieb das Gotteshaus lange Zeit Ruine und Mahnmal. Zu DDR-Zeiten wurden ab den 1950er-Jahren lediglich einige Sicherungs- und Reparaturmaßnahmen durchgeführt. Im Jahr 1980 entstand eine Aussichtsplattform auf dem Südturm, der allerdings keine Turmspitze mehr besaß. Erst nach der politischen Wende 1989 entschied sich die Stadt Magdeburg als Eigentümerin der Kirche auf Initiative eines 1991 gegründeten Kuratoriums für den Wiederaufbau der Johanniskirche für die Restaurierung und Erweiterung des historischen Gebäudes als Veranstaltungslocation.
Am 2. Oktober 1999 wurde nach Fertigstellung des Innenausbaus das neue Veranstaltungszentrum mit einem Festakt eingeweiht. Im Jahr 2004 erfolgte die Vervollständigung des Südturms durch eine neue Spitze und damit die Wiederherstellung der ursprünglichen Stadtsilhouette mit den Doppeltürmen.

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Foto: Investitions- und Marketinggesellschaft Sachsen-Anhalt mbH / Harald Krieg

Das Innere

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Foto: Investitions- und Marketinggesellschaft Sachsen-Anhalt mbH / Harald Krieg

Im Inneren des Gebäudes treffen heute historische Mauern und erhaltene Säulen der ursprünglichen dreischiffigen Basilika auf mehrstöckige moderne Einbauten im Bereich des nördlichen Seitenschiffs. Hier befinden sich ein kleines Café, ein teilbarer Seminarraum und eine Galerie unter dem Kirchendach. Ein moderner eingeschossiger Anbau an der Nordseite der Kirche beherbergt unter anderem den Haupteingang und das Foyer.
Ein ganz besonderer Blickfang in der Haupthalle sind die von dem renommierten Dresdner Künstler Max Uhlig gestalteten monumentalen Glasmalereien für 14 gotische Fenster des ehemaligen Gotteshauses. Den vorwiegend in Gelb- und Rottönen sowie dunklen Erdfarben gehaltenen abstrakten Landschaften auf der Südseite des Kirchenschiffs werden schwarze, in die Höhe rankende Weinstöcke in den Chorfenstern gegenübergestellt. Begonnen im Jahr 2014, wurde der Zyklus mit einem einzelnen Fenster auf der Nordseite der Kirche im Jahr 2020 abgeschlossen.

Veranstaltungen

Mit ihrer zentralen Lage in der Altstadt Magdeburgs zwischen Elbe und Altem Markt zählt die Johanniskirche zu den beliebtesten Eventlocations der Stadt. Betreiber ist die Messe- und Veranstaltungsgesellschaft Magdeburg GmbH (MVGM). Das Veranstaltungsspektrum reicht von Konzerten über Shows, Musicals bis hin zu Tagungen, Festveranstaltungen und Ausstellungen. Zu besonderen Gelegenheiten werden auch heute noch Gottesdienste in der Johanniskirche abgehalten, zum Beispiel am Reformationstag.
Je nach Veranstaltungsgröße stehen verschiedene Räume – von der Sakristei bis zur 800 Stehplätze bietenden Haupthalle – zur Vermietung zur Verfügung. Moderne Veranstaltungstechnik und Mobiliar für verschiedenste Anlässe inklusive gastronomischer Versorgung sind vorhanden. Eine flexible Bestuhlung ermöglicht nach Betreiberangaben im Hauptsaal bis zu 592 Sitzplätze bei Reihenanordnung, sodass der Raum auch für größere Konzerte geeignet ist. Die Akustik gilt als hervorragend.
Die Johanniskirche ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar, zahlreiche PKW-Stellplätze gibt es in unmittelbarer Nähe. Außerhalb von Veranstaltungen kann die Kirche auch besichtigt werden. Führungen sind nach Absprache ebenfalls möglich. Von der Aussichtsplattform in 52 Metern Höhe haben Besucherinnen und Besucher einen weiten Panoramablick über die Stadt.

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Lutherdenkmal vor der Johanniskirche, Foto: Investitions- und Marketinggesellschaft Sachsen-Anhalt mbH / Harald Krieg
Quellen, weitere Informationen und Kontakt

Offizieller Internetauftritt (08.04.2026)
Die Johanniskirche auf der Website der Stadt Magdeburg (08.04.2026)
Kuratorium für den Wiederaufbau der Johanniskirche (08.04.2026)
Kontrast im Kirchenfenster (08.04.2026)
Glaskunst für die Ewigkeit, Deutschlandfunk Kultur (08.04.2026)
 
Messe- und Veranstaltungsgesellschaft Magdeburg GmbH (MVGM)
Telefon: +49 391 8861-0
E-Mail: info@mvgm.de

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Helen Hahmann

Helen arbeitet freiberuflich für das Netzwerkbüro und ist die verantwortliche Redakteurin für das Projekt #volltemperament. Die promovierte Musikethnologin ist unter anderem Expertin für das Instrument mit den 1000 Namen, das in jede Hosentasche passt: die Maultrommeln, sowie für das Jodeln und die Jodlerwettstreite im Harz. Sie arbeitet darüber hinaus als Hörfunkautorin und Audiobiografin.