Schulgeschichte

Mehr als 300 Jahre ist sie alt, die „Latina“ in den Franckeschen Stiftungen in Halle (Saale). Gegründet von dem Theologen, Pfarrer und Pädagogen August Hermann Francke Ende des 17. Jahrhunderts, entwickelte sich im damaligen Glaucha südlich von Halle aus einer Armenschule mit Waisenhaus innerhalb von rund 30 Jahren eine komplette und fast autark funktionierende Schulstadt. Die 1697 von Francke eingerichtete Lateinische Hauptschule sollte Bürger:innen- und begabte Armenkinder auf ein Universitätsstudium vorbereiten und ihnen eine altsprachliche und humanistische Bildung vermitteln.
Diesem Profil bleibt die Latina trotz zahlreicher gesellschaftlicher Umbrüche im Laufe ihrer langen Geschichte auch heute noch treu. Während der DDR-Zeit als eine von nur neun Erweiterten Oberschulen (EOS) geführt, die Latein und Altgriechisch anboten, wurde sie im Jahr 1991 als Landesgymnasium Latina August Hermann Francke in der Trägerschaft des Kultusministeriums Sachsen-Anhalt (heute Ministerium für Bildung) neu gegründet. Lag der Fokus zunächst auf der sprachlichen Bildung, kam im Schuljahr 1993/1994 zum Sprachenzweig der Musikzweig hinzu. Heute verbindet die Schule „pädagogische Tradition mit modernem Lehren und Lernen“, ist Europaschule, Schule ohne Rassismus und seit 2008 auch Prime Gymnasium der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.
Nachdem die Schule von 1714 an lange Zeit in den beiden oberen Stockwerken des Hauptgebäudes der Franckeschen Stiftungen residiert hatte, erhielt sie im Jahr 1906 ihr erstes eigenes neu gebautes Schulhaus, das heutige Haus 42. Nach dem Zweiten Weltkrieg war sie viele Jahre in dem nicht kriegsbeschädigten Gebäude der ehemaligen Oberrealschule (heute Haus 43) untergebracht. Seit den 1990er-Jahren nutzt das neue Landesgymnasium wegen steigender Schüler:innenzahlen beide Häuser, die im Rahmen einer umfassenden Sanierung in den Jahren 2010 bis 2014 durch einen modernen gläsernen Verbindungsbau vereinigt wurden.
Auch das zur Latina gehörige Internat für auswärtige Schüler:innen hat eine lange Tradition und geht auf die bereits 1697 gegründete Pensionsanstalt der Franckeschen Stiftungen zurück. Untergebracht ist es auch heute noch im Langen Haus im Lindenhof der Stiftungen.
Diesem Profil bleibt die Latina trotz zahlreicher gesellschaftlicher Umbrüche im Laufe ihrer langen Geschichte auch heute noch treu. Während der DDR-Zeit als eine von nur neun Erweiterten Oberschulen (EOS) geführt, die Latein und Altgriechisch anboten, wurde sie im Jahr 1991 als Landesgymnasium Latina August Hermann Francke in der Trägerschaft des Kultusministeriums Sachsen-Anhalt (heute Ministerium für Bildung) neu gegründet. Lag der Fokus zunächst auf der sprachlichen Bildung, kam im Schuljahr 1993/1994 zum Sprachenzweig der Musikzweig hinzu. Heute verbindet die Schule „pädagogische Tradition mit modernem Lehren und Lernen“, ist Europaschule, Schule ohne Rassismus und seit 2008 auch Prime Gymnasium der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.
Nachdem die Schule von 1714 an lange Zeit in den beiden oberen Stockwerken des Hauptgebäudes der Franckeschen Stiftungen residiert hatte, erhielt sie im Jahr 1906 ihr erstes eigenes neu gebautes Schulhaus, das heutige Haus 42. Nach dem Zweiten Weltkrieg war sie viele Jahre in dem nicht kriegsbeschädigten Gebäude der ehemaligen Oberrealschule (heute Haus 43) untergebracht. Seit den 1990er-Jahren nutzt das neue Landesgymnasium wegen steigender Schüler:innenzahlen beide Häuser, die im Rahmen einer umfassenden Sanierung in den Jahren 2010 bis 2014 durch einen modernen gläsernen Verbindungsbau vereinigt wurden.
Auch das zur Latina gehörige Internat für auswärtige Schüler:innen hat eine lange Tradition und geht auf die bereits 1697 gegründete Pensionsanstalt der Franckeschen Stiftungen zurück. Untergebracht ist es auch heute noch im Langen Haus im Lindenhof der Stiftungen.
Musikzweig
Der Musikzweig der Latina ging aus der zur Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig gehörenden Spezialschule für Musik hervor, die ihren Sitz in Halle hatte. Sie war eine von vier derartigen Einrichtungen zur Förderung von musikalischen Talenten in der DDR und diente vorrangig der Vorbereitung auf ein Musikstudium. Nach der politischen Wende kurzzeitig als eigenständiges Musikgymnasium geführt, wurde dieses auf Beschluss des damaligen Kultusministers in das neue Landesgymnasium integriert und ist seit 1993 als „Instrumentalzweig“ ein Teilbereich des Musikzweiges der Latina.
Bereits seit dem Jahr 1808 hat der hallesche Stadtsingechor, der zu den drei ältesten Knabenchören Deutschlands zählt, sein musikalisches Zuhause in den Franckeschen Stiftungen. Die unmittelbare Nachbarschaft von schulischer und musikalischer Ausbildung im historischen Ambiente der Stiftungen hat somit eine lange Tradition. Heute bilden die Sänger des Stadtsingechores zusammen mit den Instrumentalist:innen des Instrumentalzweiges die Musikklassen. Jeweils zehn Plätze pro Klasse sind für Mitglieder des Chores vorgesehen.
Die musikalische Spezialausbildung an der Latina erfolgt zusätzlich zum Erwerb der allgemeinen Hochschulreife, die zum Studium in einem beliebigen Universitätsfach berechtigt. Musikalisch besonders begabte Schüler:innen bekommen hier unabhängig vom Geldbeutel der Eltern eine spezifische Förderung „zur Entfaltung ihres musikalischen Potenzials“, die es ihnen ermöglicht, auf Wunsch später ein Musikstudium aufzunehmen. Der musikalische Zusatzunterricht im Rahmen der Begabtenförderung ist kostenfrei und wird von pädagogisch und musikalisch besonders qualifiziertem Lehrpersonal erteilt, darunter professionelle Musiker:innen der Staatskapelle Halle und Dozent:innen des Instituts für Musik, Medien- und Sprechwissenschaften der MLU.
Die Aufnahme in den Musikzweig erfolgt in der 5. Klasse nach dem erfolgreichen Bestehen einer allgemein-musikalischen sowie musikpraktischen Eignungsprüfung und unter Berücksichtigung der Zensuren des Halbjahreszeugnisses der 4. Klasse.
Bereits seit dem Jahr 1808 hat der hallesche Stadtsingechor, der zu den drei ältesten Knabenchören Deutschlands zählt, sein musikalisches Zuhause in den Franckeschen Stiftungen. Die unmittelbare Nachbarschaft von schulischer und musikalischer Ausbildung im historischen Ambiente der Stiftungen hat somit eine lange Tradition. Heute bilden die Sänger des Stadtsingechores zusammen mit den Instrumentalist:innen des Instrumentalzweiges die Musikklassen. Jeweils zehn Plätze pro Klasse sind für Mitglieder des Chores vorgesehen.
Die musikalische Spezialausbildung an der Latina erfolgt zusätzlich zum Erwerb der allgemeinen Hochschulreife, die zum Studium in einem beliebigen Universitätsfach berechtigt. Musikalisch besonders begabte Schüler:innen bekommen hier unabhängig vom Geldbeutel der Eltern eine spezifische Förderung „zur Entfaltung ihres musikalischen Potenzials“, die es ihnen ermöglicht, auf Wunsch später ein Musikstudium aufzunehmen. Der musikalische Zusatzunterricht im Rahmen der Begabtenförderung ist kostenfrei und wird von pädagogisch und musikalisch besonders qualifiziertem Lehrpersonal erteilt, darunter professionelle Musiker:innen der Staatskapelle Halle und Dozent:innen des Instituts für Musik, Medien- und Sprechwissenschaften der MLU.
Die Aufnahme in den Musikzweig erfolgt in der 5. Klasse nach dem erfolgreichen Bestehen einer allgemein-musikalischen sowie musikpraktischen Eignungsprüfung und unter Berücksichtigung der Zensuren des Halbjahreszeugnisses der 4. Klasse.

Chorhaus des Stadtsingechores im Lindenhof, Foto: Susanne Maas
Ausbildungsinhalte

Die musikalische Ausbildung am Musikzweig findet vorrangig im Einzel- und Gruppenunterricht in speziell dafür ausgestatteten Unterrichtsräumen im Musikhaus der Latina oder im Chorhaus des Stadtsingechores im Lindenhof der Franckeschen Stiftungen statt. In der gymnasialen Oberstufe ist sie organisiert im Profilkurs Musik. Schwerpunkt der Ausbildung ist das instrumentale Hauptfach mit zwei Stunden pro Woche im Einzelunterricht. Bei den Sängern des Stadtsingechores steht an dieser Stelle eine intensivierte Gesangsausbildung mit stimmbildnerischer Einzelschulung. Für Schüler:innen mit einem Orchesterinstrument als Hauptfach ist das Begleitfach Klavier und Korrepetition obligatorisch. Hauptfachpianistinnen und -pianisten erhalten Unterricht im Fach Improvisation. Zu den musikpraktischen Unterrichtsanteilen kommen Musiktheorie, Gehörbildung und Musikkunde als weitere Begleitfächer.
Das Ensemblemusizieren im Orchester und Chor gehört ebenso mit zur Ausbildung wie die Teilnahme an Konzerten innerhalb und außerhalb der Schule sowie an nationalen und internationalen Wettbewerben. Fakultative Angebote wie Kammermusik, Komposition und Projektarbeit kommen ergänzend hinzu. Der Stadtsingechor und das Jugendsinfonieorchester der Latina unternehmen darüber hinaus viel beachtete Konzertreisen im In- und Ausland.
Über das Fachliche hinaus entwickelt das Ineinandergreifen von schulischer und musikalischer Ausbildung bei den Kindern und Jugendlichen „in besonderem Maße Eigenschaften wie Kreativität, Selbständigkeit, Verantwortungsbewusstsein und Teamfähigkeit, fördert Zielstrebigkeit beim Lernen und Musizieren und fordert individuell optimale Zeitplanung“, wie auf der schuleigenen Website hervorgehoben wird.
Nicht zuletzt ist es jedoch die Freude am Musizieren, die alle Schülerinnen und Schüler des Musikzweiges antreibt. Eine ideale Gelegenheit dazu bietet beispielsweise das jährlich stattfindende einwöchige Orchesterlager des Jugendsinfonieorchesters. In einem Blogbeitrag des Fördervereins Instrumentalausbildung des Musikzweiges der Latina e.V. über eine Probenphase im Kloster Michaelstein klingt das so: „Eine Woche voller Gemeinschaft, Herzensbildung, Frohsinn – umgeben von wunderbarer Musik.“
Das Ensemblemusizieren im Orchester und Chor gehört ebenso mit zur Ausbildung wie die Teilnahme an Konzerten innerhalb und außerhalb der Schule sowie an nationalen und internationalen Wettbewerben. Fakultative Angebote wie Kammermusik, Komposition und Projektarbeit kommen ergänzend hinzu. Der Stadtsingechor und das Jugendsinfonieorchester der Latina unternehmen darüber hinaus viel beachtete Konzertreisen im In- und Ausland.
Über das Fachliche hinaus entwickelt das Ineinandergreifen von schulischer und musikalischer Ausbildung bei den Kindern und Jugendlichen „in besonderem Maße Eigenschaften wie Kreativität, Selbständigkeit, Verantwortungsbewusstsein und Teamfähigkeit, fördert Zielstrebigkeit beim Lernen und Musizieren und fordert individuell optimale Zeitplanung“, wie auf der schuleigenen Website hervorgehoben wird.
Nicht zuletzt ist es jedoch die Freude am Musizieren, die alle Schülerinnen und Schüler des Musikzweiges antreibt. Eine ideale Gelegenheit dazu bietet beispielsweise das jährlich stattfindende einwöchige Orchesterlager des Jugendsinfonieorchesters. In einem Blogbeitrag des Fördervereins Instrumentalausbildung des Musikzweiges der Latina e.V. über eine Probenphase im Kloster Michaelstein klingt das so: „Eine Woche voller Gemeinschaft, Herzensbildung, Frohsinn – umgeben von wunderbarer Musik.“
Klangbeispiel
Alan Silvestri, Forrest Gump Theme, Aufnahme vom Juni 2024 im Kloster Michaelstein (21.10.2025)
Quellen
Website der Latina August Hermann Francke (21.10.2025)
Förderverein Instrumentalausbildung des Musikzweiges der Latina e.V. (21.10.2025)
Sänger aus den Musikklassen der Latina suchen Nachwuchs!, YouTube-Video aus dem Jahr 2020 (21.10.2025)
Geschichte der Franckeschen Stiftungen (21.10.2025)
Förderverein Instrumentalausbildung des Musikzweiges der Latina e.V. (21.10.2025)
Sänger aus den Musikklassen der Latina suchen Nachwuchs!, YouTube-Video aus dem Jahr 2020 (21.10.2025)
Geschichte der Franckeschen Stiftungen (21.10.2025)