Sinfonisches Musikschulorchester Sachsen-Anhalt

Geschichte

„Seit ich denken kann, bin ich schon im SMO, und daher ist das gesamte Orchester für mich quasi Familie“. So oder ähnlich klingt es, wenn Mitspieler:innen im Sinfonischen Musikschulorchester Sachsen-Anhalt (SMO) über ihr musikalisches Zuhause sprechen. In einem Kurzfilm aus dem Jahr 2024 haben mehrere von ihnen die Gelegenheit dazu und die Quintessenz ist einhellig: Die beiden einwöchigen Probenphasen im Jahr sind „das Highlight des Jahres“ und „wie ein zweites Weihnachten“.
 
Das Sinfonische Musikschulorchester, das sich in der Trägerschaft des Landesverbandes der Musikschulen Sachsen-Anhalt e. V. befindet, startete 1997 als eines von drei Regionalorchestern unter der Leitung von Peter Wegener. Im Jahr 2014 übernahm der aus Merseburg stammende und in Berlin lebende Dirigent, Pädagoge und Geiger Alexander Ramm das Ensemble als künstlerischer Leiter. Mit ihm hat das SMO nach eigener Aussage einen enormen Aufschwung erlebt, der es inzwischen in namhafte Konzertsäle und auf internationale Festivals führt.
Begann das Ensemble zunächst mit 43 Mitgliedern, sind es heute etwa 80 bis 90 Musikschüler:innen, die sich im malerischen Schloss Altenhausen im Landkreis Börde zum gemeinsamen Musizieren treffen. Mit Hilfe eines erfahrenen und engagierten Tutor:innenteams erarbeiten die jungen Musiker:innen ein anspruchsvolles Konzertprogramm, das zeitnah in einem der großen Konzerthäuser des Landes wie der Johanniskirche in Magdeburg oder der Georg-Friedrich-Händel-Halle in Halle (Saale) einem öffentlichen Publikum präsentiert wird.
 
Das Repertoire umfasst Werke von Klassik bis Filmmusik. Auch Uraufführungen eigens für das SMO komponierter Werke stehen auf dem Programm, wie zum Beispiel Queen oft the Night des preisgekrönten Filmkomponisten Raphael Fimm im Jahr 2023. Eröffnet wird jedes Konzert mit der „Eurovisionsmelodie“, dem Prélude aus dem Te Deum von Marc-Antoine Charpentier.

Internationale Begegnungen

Zu den frühen musikalischen Höhepunkten in der Orchestergeschichte zählt die Teilnahme am Europäischen Jugendmusikfestival 1998 in Barcelona sowie 2004 in Malmö und Kopenhagen.

Ein ganz besonderes Highlight für alle Beteiligten war im Jahr 2023 eine von der Staatskanzlei Sachsen-Anhalt geförderte Konzertreise nach Spanien in die Region Valencia. Zu Gast waren die deutschen Musikerinnen und Musiker beim Conservatorio de Música O Danza in Altea als Hauptprobenort. An den Proben des SMO, die in zwei begeistert aufgenommenen Konzerten in Teulada und in Altea ihren krönenden Abschluss fanden, nahmen auch Musikschüler:innen der Konservatorien beider Orte teil. Im Jahr 2024 wirkten dann erstmalig einige der jungen Instrumentalist:innen aus Spanien an Probenphasen des SMO in Deutschland mit. Diese Zusammenarbeit hat sich inzwischen verstetigt.
Die Jugendlichen aus beiden Ländern schätzen besonders das hohe musikalische Niveau des Orchesters, das einige der Teilnehmenden darin bestärkt, die Musik zu ihrem Beruf zu machen. Ein ausführliches Reisetagebuch mit zahlreichen Fotos und Videos lässt auch Außenstehende die eindrucksvolle Reise nacherleben.

Ein Treffen zwischen dem spanischen Botschafter sowie Vertretern der Staatskanzlei Sachsen-Anhalt und dem Landesverband der Musikschulen Sachsen-Anhalt im November 2024 unterstrich auch offiziell die Bedeutung der musikalischen Kooperation als neuer kultureller Jugendaustausch. Darüber hinaus haben sich privat gepflegte Freundschaften zwischen spanischen und deutschen Schülerinnen und Schülern entwickelt.

Eine Besonderheit des SMO ist die große Altersspanne der Mitglieder von Kindern und Jugendlichen bis hin zu jungen Erwachsenen. Das Mindestalter für eine Anmeldung ist 11 Jahre, eine Aufnahmeprüfung oder ein Vorspiel sind nicht notwendig. Empfohlen wird eine Beherrschung des Instruments etwa auf Mittelstufenniveau entsprechend den Vorgaben des Verbandes deutscher Musikschulen. Alle Musikschüler:innen des Landes sind herzlich zum Mitspielen eingeladen!

Quellen

Website des Sinfonischen Musikschulorchesters Sachsen-Anhalt, zuletzt geprüft am 03.03.2025
 
Sachsen-Anhalt und Internationales, zuletzt geprüft am 03.03.2025


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Helen Hahmann

Helen arbeitet freiberuflich für das Netzwerkbüro und ist die verantwortliche Redakteurin für das Projekt #volltemperament. Die promovierte Musikethnologin ist unter anderem Expertin für das Instrument mit den 1000 Namen, das in jede Hosentasche passt: die Maultrommeln, sowie für das Jodeln und die Jodlerwettstreite im Harz. Sie arbeitet darüber hinaus als Hörfunkautorin und Audiobiografin.