Harztheater

Das große Haus in Halberstadt, Foto: Katja Stützer

Geschichte

Das Harztheater,  vormals Nordharzer Städtebundtheater, ist ein Dreispartenhaus mit Schauspiel,  Tanz und Musiktheater. Hauseigenes Orchester sind die Harzer Sinfoniker. Das Theater wird getragen vom Landkreis Harz sowie den Städten Halberstadt und Quedlinburg und zudem gefördert vom Land Sachsen-Anhalt.
Das Theater in seiner heutigen Form entstand im Jahr 1992 aus dem Zusammenschluss des Volkstheaters Halberstadt mit dem Stadttheater Quedlinburg unter einer gemeinsamen künstlerischen und betriebswirtschaftlichen Leitung. Hauptspielorte sind das Große Haus Halberstadt, das Große Haus Quedlinburg, die Kammerbühne Halberstadt und die Neue Bühne Quedlinburg. Hinzu kommen in den Sommermonaten zahlreiche Open-Air-Spielstätten wie das Harzer Bergtheater Thale, die Waldbühne Altenbrak oder das Wasserschloss Westerburg (alle Spielstätten hier).

Bereits seit dem Jahr 1812 existiert ein Theaterbetrieb in Halberstadt. Im Jahr 1905 wurde mit dem Neubau eines Theatergebäudes das Stadttheater Halberstadt gegründet, in dem berühmte Schauspieler wie Grustaf Gründgens und Theo Lingen erste Theatererfahrungen sammelten. Das Musiktheater kam 1919 mit der Gründung des Halberstädter Orchesters hinzu und das Haus wurde zum Mehrspartentheater. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Theatergebäude zerstört, das Ensemble nahm aber bereits wenige Monate später im September 1945 seinen Spielbetrieb wieder auf. Ein Theaterneubau im Jahr 1949 – einer der ersten in Deutschland nach dem Krieg – wurde unter dem Namen „Volkstheater Halberstadt“ zur neuen Spielstätte.

In Quedlinburg (Marschlinger Hof 17) gab es bereits ab 1886 ein Theatergebäude im Gründerzeitstil, das als Gasthof und Theater betrieben wurde. In den 1930er-Jahren entstand ein kubistischer Anbau. Offiziell gegründet wurde das Stadttheater Quedlinburg im Jahr 1945 als Dreispartenhaus und zog in das „Theater am Marschlinger Hof“ ein, wo es auch heute noch residiert. Mit der Umstrukturierung der Theaterlandschaft der DDR im Jahr 1964 wurde es zum reinen Schauspieltheater, Halberstadt war für Musiktheater zuständig. Nach dem Verfall und der Schließung des Quedlinburger Theatergebäudes 1984 musste das Ensemble auf andere Spielstätten ausweichen. Erst 1997, also fünf Jahre nach dem Zusammenschluss der Bühnen Halberstadt und Quedlinburg, konnte das „Theater am Marschlinger Hof“ nach umfangreicher Sanierung und durch das Engagement Quedlinburger Bürger wiedereröffnet werden.

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Das große Haus in Quedlinburg, Foto: Katja Stützer

Repertoire

Mit Musiktheater, Tanz und der Konzertreihe der Harzer Sinfoniker sind neben dem Schauspiel drei musikalische Sparten vertreten, mit denen die zahlreichen Aufführungsorte bespielt werden. Das Musiktheater bedient unterschiedliche Genres wie Oper, Operette und Musical.  Die Tanzcompagnie TanzHarz repräsentiert eine zeitgenössische Ästhetik und im Jahr 2025 für den Deutschen Theaterpreis DER FAUST in der Kategorie „Darsteller:in Tanz“ nominiert.
Das Harztheater ist vom 14.- bis 28. März 2026 Gastgeber der Landesbühnentage.

Hinzu kommen die Orchesterwerkstatt Halberstadt und die Domfestspiele, die jährlich in Halberstadt stattfinden, sowie Gastspiele verschiedener Künstler. Ein umfangreiches theaterpädagogisches Programm für Kinder, Jugendliche, aber auch Erwachsene ergänzt das Angebot des Harztheaters (Informationen hier).

Literatur

Christine Klein, Art. „Orchester des Nordharzer Städtebundtheaters; Vogtlandphilharmonie”, in: Lexikon des Orchesters, hrsg. von Frank Heidlberger, Gesine Schröder und Christoph Wünsch (Hrsg.), unter Mitarbeit von Stefan Beyer. Mit einem Geleitwort von Kent Nagano, 2 Bde., Laaber-Verlag, Lilienthal (vormals Laaber) 2021, Bd. 2, S. 98–99.

Zeitungsartikel von Horst Ziermann von 1995 über den Musik- und Theaterverein Quedlinburg

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Helen Hahmann

Helen arbeitet freiberuflich für das Netzwerkbüro und ist die verantwortliche Redakteurin für das Projekt #volltemperament. Die promovierte Musikethnologin ist unter anderem Expertin für das Instrument mit den 1000 Namen, das in jede Hosentasche passt: die Maultrommeln, sowie für das Jodeln und die Jodlerwettstreite im Harz. Sie arbeitet darüber hinaus als Hörfunkautorin und Audiobiografin.