Hüfken, Reinhard (Orgelbauer)

Hüfken-Orgel, bis 2024 im Besitz der EHK in Halle, dann verkauft an eine Kirchgemeinde im Wendland
© Anna Heinze

Biografie

*17. März 1951 in Tangermünde, † 2. September 2019 in Halberstadt

Reinhard Hüfken wurde 1951 in Tangermünde im Nordosten Sachsen-Anhalts geboren. Nach einer zweijährigen Lehre zum Tischler begann er 1970 eine achtjährige Ausbildung zum Orgelbauer bei der Firma Schuke in Potsdam. Zu seinen Aufgaben gehörten die Reparaturen und der Neubau von Orgeln im In- und Ausland. 1979 gründete Hüfken die Firma „Halberstädter Orgelbau“. Zwei Jahre später absolvierte er eine zweijährige Meisterausbildung im Orgelbau.

Im Laufe der Jahre reparierte und restaurierte seine Firma unter anderem mechanische Schleifladenorgeln sowie Orgeln mit pneumatischenPneumatisch Die Steuerung erfolgt mit Hilfe von Luftdruck. Kegel– und Kastenladen und elektropneumatischen TaschenladenTaschenlade Spezialform einer Windlade mit pneumatischer Traktur und aus Leder gefertigten Membranen (Taschen). im In- und Ausland. Auch neu gebaute kleine Orgeln mit vier RegisternRegister Reihe von Pfeifen gleicher Klangfarbe und unterschiedlicher Tonhöhe, die über einen Registerzug als Ganzes an- und ausgeschaltet werden können. und einem angehängten PedalPedal Klaviatur für die Füße. gehörten dazu.

1991 wurde die Werkstatt durch 10 Mitarbeiter erweitert und erhielt einen Anbau. Somit konnten nun mechanische Schleifladenorgeln neu gebaut und größere Orgeln restauriert werden. In den beiden folgenden Jahren wurde die Firma auf den Namen „Orgelbau Reinhard Hüfken“ umbenannt.

Seit dem Tod des Senior-Chefs im Jahr 2019 wird die Orgelbaufirma von der Ehefrau Maria Hüfken und dem Sohn Johannes Hüfken als leitendem Orgelbaumeister fortgeführt.

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Orgelbau Reinhard Hüfken in Halberstadt © Anna Heinze

Werke

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Hüfken-Orgel, bis 2024 im Besitz der EHK in Halle, dann verkauft an eine Kirchgemeinde im Wendland
© Anna Heinze

Reinhard Hüfken baute bis 1992 einmanualige Orgeln mit vier Registern. Diese neu gebauten Instrumente sind in Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen zu finden, zum Beispiel die 1987 errichtete Orgel in der Evangelischen Hochschule für Kirchenmusik Halle (Saale).

Ab 1991 konnten in der erweiterten Werkstatt größere Orgeln mit zwei ManualenManual Klaviatur für die Hände. angefertigt werden, beispielsweise 1997 in der St. Laurentiuskirche in Halle ein Instrument mit 24 Registern. Hier wurden einige RegisterRegister Reihe von Pfeifen gleicher Klangfarbe und unterschiedlicher Tonhöhe, die über einen Registerzug als Ganzes an- und ausgeschaltet werden können. von der vorherigen Schuke-Orgel übernommen. Fünf Jahre später baute Reinhard Hüfken in der Winterkirche im Halberstädter Dom eine Orgel mit 22 Registern.

Zwischen 2005 und 2006 war er in Moskau tätig, um eine dreimanualige Orgel mit 33 Registern in der Kirche von St. Peter und Paul zu restaurieren. Das war nicht sein einziger Auslandsaufenthalt als Restaurator. 2011 folgte ein weiterer Auftrag in Ungarn und ein Jahr später in Moskau in der Baptistenkirche.

Eine der bedeutendsten Orgeln der deutschen spätromantischen Orgelbaukunst, die von der Orgelbaufirma Reinhard Hüfken restauriert wurde, steht in Halle (Saale) in der Moritzkirche. Das Instrument wird auch „Moritzorgel” genannt.

Klangbeispiele

Stille Nacht, Heilige Nacht an der von der Firma Hüfken restaurierten Sauer-Orgel in der Moritzkirche Halle (Saale), Orgel: Tobias Geuther

Quellen

Orgelbau Hüfken: Firmengeschichte

Uwe Pape, Wolfram Hackel (Hrsg.), Lexikon norddeutscher Orgelbauer. Bd. 2: Sachsen und Umgebung, Berlin 2012, S. 159.

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Helen Hahmann

Helen arbeitet freiberuflich für das Netzwerkbüro und ist die verantwortliche Redakteurin für das Projekt #volltemperament. Die promovierte Musikethnologin ist unter anderem Expertin für das Instrument mit den 1000 Namen, das in jede Hosentasche passt: die Maultrommeln, sowie für das Jodeln und die Jodlerwettstreite im Harz. Sie arbeitet darüber hinaus als Hörfunkautorin und Audiobiografin.