Ensemble Junge Musik

Das Jahreskonzert 2024 des Ensembles in der Villa Westerberge Aschersleben © Joachim Blobel

Das Ensemble

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Das Ensemble Junge Musik in seiner Besetzung 2023/24
© Gotthard Demmel

Sie wollen Musik machen, die nicht dem Mainstream entspricht: Im Jahr 2017 gründeten junge Musikschülerinnen und -schüler aus Sachsen-Anhalt in Eigeninitiative ein Ensemble für zeitgenössische Musik und gaben ihm gleich einen Namen mit auf den Weg: Ensemble Junge Musik Sachsen-Anhalt (EJM). Antrieb war der Wunsch, auch experimentellere Kompositions- und Spieltechniken auszuprobieren und „auf Augenhöhe“ mit klassischen Werken zu präsentieren.
 
Nach einem Jahr „auf Probe“ als Ensemble in Residence am Gesellschaftshaus Magdeburg verstetigte sich die Zusammenarbeit und das EJM hat dort inzwischen eine bleibende musikalische Heimat als Proben- und Aufführungsort gefunden.
Seit seinen Anfängen steht das Ensemble unter dem Dach des Musikalischen Kompetenzzentrums Sachsen-Anhalt (MKM), das eine kontinuierliche Probenarbeit und regelmäßige Konzertauftritte ebenso ermöglicht wie die Arbeit mit Mitgliedern renommierter Ensembles, die als Dozentinnen und Dozenten Workshops für die jungen Musiker:innen anbieten. Inzwischen hat sich das EJM als Gemeinschaftsprojekt des MKM in Kooperation mit dem Landesverband der Musikschulen Sachsen-Anhalt (LVdM), dem Gesellschaftshaus und dem Magdeburger Musikverein etabliert.
Leiter des Ensembles ist seit dem Jahr 2019 der Wernigeröder Komponist und Dirigent Caspar René Hirschfeld.
 
Seit 2021 besteht zudem eine Zusammenarbeit mit dem Festival für zeitgenössische Musik KlangART Vision, in dessen Rahmen die großen Jahreskonzerte des EJM online live in alle Welt gesendet werden. Markus Steffen, Leiter des Festivals, sagt dazu im Porträtfilm des Ensembles aus dem Jahr 2021: „Das Ensemble Junge Musik verkörpert für mich eigentlich alles, was in der musikalischen Arbeit gemacht werden muss, um junge Leute dafür zu interessieren. Das ist der Nachwuchs, und Musik muss weiter wachsen, muss weitergetragen werden und verbreitet werden, und das kann nur von jungen Menschen passieren.“

Repertoire

Das Repertoire des EJM besteht vorrangig aus zeitgenössischer und Neuer Musik ab etwa 1950. Gespielt werden aber auch klassische Kompositionen im neuen Gewand, angepasst an das Instrumentarium des Ensembles. Dadurch lassen sich traditionelle Werke ganz neu erschließen und erfahrbar machen. Ergänzt werden die Programme durch gezielt erteilte  Kompositionsaufträge, die quasi maßgeschneidert die jeweilige Besetzung des EJM berücksichtigen können. So erklingen in den Konzerten unter anderem neu komponierte Stücke regionaler Komponisten aus Sachsen-Anhalt wie Thomas Buchholz, Jens Klimek und Bernhard Schneyer. Natürlich steuert auch Caspar René Hirschfeld eigene Werke für sein Ensemble bei.
O-Ton einer jungen Mitspielerin im EJM: „Ich find‘ das schön, dass man weiß, dass die meisten Komponisten noch lebendig sind.“
 
Berücksichtigung bei der Programmgestaltung finden ebenfalls Komponistenjubiläen, wie beispielsweise die von Heinrich Schütz und John Cage im Jahr 2022 oder Györgi Ligeti und William Byrd 2023. Die originalen Werke der Jubilare werden ergänzt durch neu in Auftrag gegebene zeitgenössische Kompositionen, die sich auf diese Komponisten und ihre musikalischen Spezifika beziehen.
 
Alle Musiker:innen aus Sachsen-Anhalt im Alter von 14 bis 25 Jahren, die gerne „musikalisches Neuland“  betreten möchten, können sich bewerben und werden zu einem Vorspiel eingeladen. Die Proben finden ein- bis zweimal im Monat statt. Das EJM bietet die faszinierende Chance, „als Teil eines großen Ensembles eigene Akzente in der zeitgenössischen Musik zu setzen“ und neue Klänge „intensiv mitzuentwickeln“, wie es in der Bewerbungsausschreibung heißt.

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Helen Hahmann

Helen arbeitet freiberuflich für das Netzwerkbüro und ist die verantwortliche Redakteurin für das Projekt #volltemperament. Die promovierte Musikethnologin ist unter anderem Expertin für das Instrument mit den 1000 Namen, das in jede Hosentasche passt: die Maultrommeln, sowie für das Jodeln und die Jodlerwettstreite im Harz. Sie arbeitet darüber hinaus als Hörfunkautorin und Audiobiografin.