Geschichte

Foto: Musikland Sachsen-Anhalt
Seit dem 14. Oktober 2005 hat die Landeshauptstadt Magdeburg offiziell ein Haus der Musik. Der damalige Oberbürgermeister Lutz Trümper wünschte der seinerzeit jüngsten kulturellen Einrichtung der Stadt nicht nur zahlreiche Gäste und den dort Beschäftigten aus Musik und Kultur viel Erfolg bei ihrer Arbeit, sondern auch „allen, die durch das Hauptportal treten, Freude und Genuss“.
Die Geschichte des Gesellschaftshauses im Klosterbergegarten im heutigen Magdeburger Stadtteil Buckau reicht bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts zurück und ist verbunden mit berühmten Namen. Im Jahr 1824 erwarb die Stadt Magdeburg das Gelände des 1813 abgerissenen ehemaligen Klosters Berge und beauftragte den bekannten preußischen Gartenkünstler Peter Joseph Lenné damit, den ersten Volksgarten Deutschlands anzulegen. Auf Plänen von Karl Friedrich Schinkel basierend, entwarf der Magdeburger Stadtbaumeister Friedrich Wilhelm Wolff für die Gartenbesucher ein Gesellschaftshaus im klassizistischen Stil mit Restaurant, Gartenlokal und Konzertgarten. Der 1829 fertiggestellte Bau war schon bald ein beliebtes Ausflugsziel und bis zum Zweiten Weltkrieg „einer der geselligsten Orte der Stadt Magdeburg“. Im Jahr 1896 kam ein Anbau hinzu, der zusammen mit dem auf Schinkel zurückgehenden Gebäude das Bild des heutigen Gesellschaftshauses prägt.
Ab dem Ersten Weltkrieg erlebte das Haus eine wechselvolle Geschichte als Lazarett, Offizierskasino und Pionierhaus. Eine grundlegende Sanierung in der Nachwendezeit ab 1990 gab allen Gebäudeteilen das ursprüngliche Gesicht ihrer Erbauungszeit zurück.
Heutige Nutzung
Inzwischen hat sich das Gesellschaftshaus etabliert als „zentraler Ort vielfältiger kultureller Veranstaltungen im gesellschaftlichen Leben Magdeburgs“. Zahlreiche musikalische Veranstaltungsformate wie Kammerkonzerte, Konzerte für junge Hörer, Musikfestivals, Kaffeehauskonzerte und Tangoabende zum Mitmachen finden ebenso statt wie Lesungen und Theateraufführungen. Im Jahr 2002 zog das Zentrum für Telemann-Pflege und -Forschung, das sich der Erschließung, Aufführung und Vermittlung des Werkes von Magdeburgs größtem Komponisten widmet, ins Erdgeschoss ein und legte damit den Grundstein für das heutige Haus der Musik. Seit 2023 hat auch das Musikalische Kompetenzzentrum Sachsen-Anhalt seinen Sitz im Gesellschaftshaus und bereichert das vielseitige Angebot insbesondere im Bereich der Neuen Musik sowie der musikalischen Bildung.
Die hauseigenen Konzert- und Abonnementreihen Kammermusik, Sonntagsmusik, Klaviermusik, Musik am Nachmittag und Junge Musik decken ein breites musikalisches Spektrum ab. Bei einer an mehreren Freitagen im Jahr stattfindenden Jazzlounge mit Hausband und wechselnden Solisten kommen zudem Jazzbegeisterte auf ihre Kosten.
Neben den eigenen Konzertangeboten steht das Gesellschaftshaus auch als Spielstätte für zahlreiche verschiedene Festivals zur Verfügungen. Kooperationen gibt es beispielsweise mit dem Internationalen Chorfest Magdeburg, dem Festival KlangART Vision, dem Felicia Festival, dem SinusTon Festival, dem Liedersalon Festival, dem Jazzfestival Offbeat, dem Tonkünstlerfest, dem MultiPhonics-Festival für junge Musiker:innen sowie natürlich den Telemann-Festtagen.
Das Gesellschaftshaus sieht seine Verantwortung als Konzerthaus auch im Bereich des Laienmusikschaffens, wie Carsten Gerth, Leiter des Gesellschaftshauses, im Interview mit dem Musikland betont. Es beheimatet mit dem Sinfonieorchester Magdeburger Musikfreunde e.V. und dem Ensemble Junge Musik Sachsen-Anhalt zwei Laienorchester unterschiedlicher Couleur. Hinzu kommt das im Jahr 2023 gegründete Ensemble SchallSpektrum zur Pflege und Förderung zeitgenössischer Musik im Spiegel der Musikgeschichte.

Räumlichkeiten
Mit dem Schinkelsaal und dem Gartensaal stehen im Gesellschaftshaus zwei große Konzertsäle zur Verfügung, die durch ihre unterschiedlichen akustischen Verhältnisse verschiedenen musikalischen Stilrichtungen bestens gerecht werden können. Für Workshops im kleineren Rahmen können mehrere Salons im Obergeschoss genutzt werden.
Die Räume im Gesellschaftshaus können auch gemietet werden und bieten ein ganz besonderes Ambiente für Kongresse, Tagungen, Workshops oder private Feiern. Regionale und überregionale Firmen, Landesministerien, die Universität, Vereine und Verbände nutzten so schon das Gebäude. Nicht zuletzt sorgt eine angeschlossene Gastronomie dafür, dass es klappt mit der dem Haus der Musik zur Eröffnung mit auf den Weg gegebenen Maxime: „Freude und Genuss“ für alle Eintretenden!
Quellen, weitere Informationen und Kontakt
Website des Gesellschaftshauses (14.05.2025)
Zur Geschichte des Gesellschaftshauses auf der Website der Ottostadt Magdeburg (14.05.2025)
Blogbeitrag Musikland Sachsen-Anhalt (14.05.2025)