Abel, Christian Ferdinand (1682 – 1761)

Christian Ferdinand Abel und seine Söhne

Biografie

* 1682 in Hannover, † 1761 in Köthen

Christian Ferdinand Abel gehört zu den bekanntesten Gambenvirtuosen des Barock. Er wurde 1683 als Sohn des Komponisten, Gambisten und Organisten Clamor Heinrich Abel in Hannover geboren. Im Jahr 1714 kam er gemeinsam mit seinem Bruder Johann Christoph an den Fürstenhof nach Köthen. Der zu dieser Zeit regierende musikaffine Fürst Leopold von Anhalt-Köthen hatte im selben Jahr die Hofkapelle gegründet, in welcher Abel als Gambist und „Cammerviolinist“ angestellt wurde.

Abel gehörte mit einem monatlichen Einkommen von 12 Talern zu den Spitzenverdienern der Köthener Hofkapelle – im Vergleich dazu erhielten einige Musiker lediglich zwischen 2 und 5 Talern monatlich. Die Kapelle wurde in den ersten Jahren von Augustin Reinhard Stricker geleitet. Nach dessen Abreise aus Köthen wirkte Johann Sebastian Bach von 1717 bis 1723 als Hofkapellmeister am Köthener Hof. Er und Abel verstanden sich gut, woraus sich erklären lässt, dass Bach Taufpate von Abels 1720 geborener Tochter Sophie-Charlotte wurde. Im selben Jahr begleiteten Abel und Bach den Fürsten Leopold auf seiner Reise nach Karlsbad.

Christian Ferdinand Abel hatte neben seiner Tochter Sophie-Charlotte vier Söhne. Zwei von ihnen – Leopold August (1718–1794) und Carl Friedrich (1723–1787) – lernten das Geigen- bzw. Gambenspiel von ihrem Vater und wurden später bekannte Komponisten und Virtuosen. Der ältere von beiden war von 1732/33 bis 1738 sogar besoldetes Mitglied der Köthener Hofkapelle. Die Tatsache, dass beide komponierten, legt die Vermutung nahe, dass sie von ihrem Vater auch Kompositionsunterricht erhalten hatten. Damit ist eine kompositorische Tätigkeit Christian Ferdinand Abels für die Köthener Hofkapelle nicht auszuschließen, obwohl sich keine Werke von ihm erhalten haben.

Literatur

Gernot Maria Grohs, „Die Musikerfamilie Abel in Köthen: Neue Erkenntnisse im Umfeld der Familie Bach“, in: Das Orchester 49 (2001), Heft 10, S. 24.

Maik Richter, Die Hofmusik in Köthen. Von den Anfängen (um 1690) bis zum Tod Fürst Leopolds von Anhalt-Köthen (1728), Saarbücken 2008, S. 38–48.

Maik Richter, „Die Köthener Hofmusik zur Zeit des Fürsten August Ludwig“, in: Musik an der Zerbster Residenz, Beeskow 2008 (= Fasch-Studien 10), S. 172f.

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Helen Hahmann

Helen arbeitet freiberuflich für das Netzwerkbüro und ist die verantwortliche Redakteurin für das Projekt #volltemperament. Die promovierte Musikethnologin ist unter anderem Expertin für das Instrument mit den 1000 Namen, das in jede Hosentasche passt: die Maultrommeln, sowie für das Jodeln und die Jodlerwettstreite im Harz. Sie arbeitet darüber hinaus als Hörfunkautorin und Audiobiografin.