Biografie
* 1963 in Kiel
Nach dem Musikstudium in Lübeck von 1984 bis 1993 im Fach klassischer Kontrabass (Konzertexamen Kontrabass als Solobassist bei Prof. Willi Beyer) und jahrelanger „Grabenarbeit“ an den Opernhäusern Lübeck und Halle ist Akki (Joachim) Schulz seit 1995 als freischaffender Musiker und Komponist tätig.
Der Klassik als Barockspezialist erhalten geblieben, hat er sich in den letzten Jahren in höchst unterschiedlichen Bands stilistische Bodenfreiheit verschafft. Seit vielen Jahren ist Akki Schulz einer der schillerndsten Akteure der halleschen Musikszene. Als einer der weltweit einzigen Kontrabassisten mit einem abendfüllenden Soloprogramm ist er dabei, sich als Solo-Performer international einen Namen zu machen.
Seine Auftritte führten ihn bereits nach Chicago und Paris, wo er mit einem Stipendium der Kunststiftung Sachsen-Anhalt zu Studien am IRCAM (Institut de Recherche et Coordination Acoustique/Musique) weilte. Mit akademischem Ernst sind seine Programme nicht zu erfassen, noch weniger auf den Skalen der Virtuosität zu messen. Seinem 300 Jahre alten Kontrabass entlockt er die unglaublichsten Töne. Mit spektakulärem Einsatz und emotionsgeladenen Improvisationen weiß er sein Publikum zu unterhalten. Und dann gibt es noch die vielen Projekte und Bands, in denen er einfach der Bassist, manchmal auch Sänger ist und für die er auch ab und zu schreibt, sowie die Musik zu dem okkulten Film ‚Secrets of a Soul‘ aus dem Jahr 2012 (daraus Jannalisa) und die Musik zu den Hörbüchern nach Werken des Horror-Autors H. P. Lovecraft (1890–1937).
Akki Schulz lebt und arbeitet in Königswiek bei Halle. Er wirkt u. a. in folgenden Ensembles mit:
Akki Solo / ScherbeKontraBass (Duo mit dem Rhythmusgitarristen von ‚Ton Steine Scherben‘, Marius del Mestre) / Trio Klezmology / Akkitation Arkestra / Laylines of Blues / Musica Juventa (Kammerorchester) / Johann-Friedrich-Fasch-Ensemble (Barockorchester auf historischen Instrumenten), Los Degustadores, Schahrajar (Orientalensemble)
Musik
Akki Schulz ist als Komponist Autodidakt. „Da ich das Kompositionshandwerk nicht gelernt habe, kann ich nur das aufschreiben, was sich tatsächlich in meinem Kopf zusammengebraut hat.“ (Akki Schulz 2013, in: Komponisten aus Sachsen-Anhalt Vol . 4, S. 32, s. u. Literatur) Die stilistischen Einflüsse auf den Komponisten Schulz sind dabei vielseitig: „Die „Big Bs“: Bach & Blues, Beethoven (der erste Punk), Bottesini (Maestro di Contrabasso), Bernstein (musician, composer & conductor); Patti Smith, Johnny Winter, Louis Armstrong, Ray Brown, Bill Evans, Aretha Franklin, Otis Redding, Willy Schwarz, Rio Reiser, Willi Beyer“ (ebd., S. 29). Seine Kompositionen sind geprägt von Folklore und Jazzimprovisationen.
„Ich halte nicht viel von der Art, Musik zusammenzubasteln, entlang von Stücken und Stilen von Bands oder Komponisten, die man besonders gern hat. Nicht, dass „remixing“ nichts Kreatives hätte, ich mag nur lieber etwas wirklich eigenständig Neues. Deshalb gibt es auch nicht so viele Werke von mir, mehr ist mir eben nicht eingegeben worden. Oder ich war nicht eifrig genug am Suchen.“ (Ebd., S. 32)
Werke
Akki Schulz schrieb Kammermusik solo (für Kontrabass, Klavier, Akkordeon, Didgeridoo), Kammermusik für zwei Instrumente (u. a. (Warm your ass at the) Mantelpiece, Elegia für Englischhorn und Kontrabass, 2004), Musik für Jazz-, Klezmer- und Folkensembles ab 3 Musikern (u. a. Nautilus für Sopransaxophon, Klavier und Bass, 1994), Vokalmusik (Textvertonungen, komplette Songs, Arrangements) sowie Bühnenmusik (Je fais un rêve für Gesang, Kontrabass und Liveelektronik, der Soloabend als musikdramatisches WerkWerk Werk ist die Zusammenfassung von Gehäuse, Pfeifen und Windlade eines selbstständigen Teils der Orgel. Jedes dieser Teilwerke wird in der Regel mit einer eigenen Tastatur gespielt., nach Gedanken von Mahatma Gandhi, Martin Luther King und Röttger Feldmann, 2009).
Zahlreiche Kompositionen von Akki Schulz inkl. Hörbeispielen sind auf seiner Website zu finden (s. u. Link).
Plan 3 für Kontrabass, Percussion, Gitarre und Sopransaxophon aus dem Jahr 1995 ist ein „typischer Jazztitel“ (Davit Drambyan 2014, in: Komponisten aus Sachsen-Anhalt Vol . 4, S. 33), benannt nach einem inzwischen geschlossenen Veranstaltungsort in Halle (Saale). Das Stück ist als Leadsheet verfasst in Form von Themenmelodie und Basslinie mit Akkordsymbolen. Nach einer Präsentation des Themas folgen Improvisationen über dessen harmonische und formale Struktur.
Klangbeispiele
Videos gibt es auf der Website des Komponisten unter http://www.akkischulz.de/videos.htm
Literatur
Musikalisches Kompetenzzentrum Sachsen-Anhalt / Musikinformationszentrum Zeitgenössische Musik / Kerstin Hansen (Hrsg.), Komponisten aus Sachsen-Anhalt Vol . 4, München 2014 (= Gedanken zur Musik. Eine Schriftenreihe zum Musikleben in Sachsen-Anhalt, Heft 9), S. 28–38.
Links
Homepage von Akki Schulz: www.akkischulz.de