Kurt Weill Zentrum Dessau

Das Kurt Weill Zentrum in Dessau © Kurt Weill Fest Dessau GmbH

Allgemeines

Kurt Weill wurde am 2. März 1900 als Sohn eines jüdischen Kantors in Dessau geboren. Er verbrachte seine Kindheit und Jugendjahre in der Hauptstadt des Herzogtums Anhalt und erhielt eine erste musikalische Ausbildung. Nach Abschluss der Schule zog er zum Studium nach Berlin.

Vertreter der Kurt Weill Foundation for Music in New York vereinbarten mit dem Kulturamt der Stadt Dessau bei einem Besuch in den frühen 1990er-Jahren, die Geburtsstadt Kurt Weills zu einem europäischen Zentrum der Pflege seiner Werke zu erheben und zu ebendiesem Zweck jährlich ein Kurt Weill Fest zu veranstalten.

Das Kurt Weill Zentrum, welches 1993 gegründet wurde, ist die einzige europäische Informations- und Dokumentationsstätte über Leben und WerkWerk Werk ist die Zusammenfassung von Gehäuse, Pfeifen und Windlade eines selbstständigen Teils der Orgel. Jedes dieser Teilwerke wird in der Regel mit einer eigenen Tastatur gespielt. des Komponisten der berühmten Dreigroschenoper. Das Zentrum wurde im 1925/26 nach Plänen des Bauhausdirektors Walter Gropius erbauten „Meisterhaus Feininger“ eröffnet, welches zum UNESCO-Welterbe zählt. Die anschließende Doppelhaushälfte, das „Meisterhaus Moholy-Nagy“, erweitert inzwischen das Kurt Weill Zentrum.

Im Kurt Weill Zentrum, welches Musikermuseum, Informations- und Dokumentationszentrum inklusive Archiv, Bibliothek und Mediathek zum Schaffen und Werk des Komponisten vereint, findet sich der Sitz der Kurt-Weill-Gesellschaft e. V. sowie der Kurt Weill Fest Dessau GmbH, die jährlich Ende Februar/Anfang März das international renommierte Kurt Weill Fest durchführt.

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Das Kurt Weill Zentrum befindet sich im „Meisterhaus Feininger” © Kurt Weill Fest Dessau GmbH

Ausstellung

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Haus Moholy-Nagy/Feininger, links das rekonstruierte Meisterhaus Moholy-Nagy CC BY-SA 3.0, M_H:DE

Eine neue Dauerausstellung zu Leben und Werk Kurt Weills wurde im Oktober 2019 im rekonstruierten „Meisterhaus Moholy-Nagy” eröffnet. Sie erstreckt sich in vier Stationen über drei Stockwerke und wurde von dem Musikwissenschaftler Prof. Dr. Andreas Eichhorn konzipiert. Die gestalterische und medientechnische Umsetzung erfolgte durch den Designer Prof. Severin Wucher von der Hochschule Anhalt.

Eingebettet in die besondere Architektur des Hauses, vereint die Ausstellung eine Porträtgalerie sowie eine Objektgalerie mit Gegenständen und den dazugehörigen Geschichten aus Weills Leben im Untergeschoss des Hauses mit biografischen Stationen im Erdgeschoss und einem interaktiven digitalen „Wissenstisch“ im Sinne eines visuellen Archivs im Obergeschoss. Hinzu kommt ein digitales Bilderalbum mit Bühnenbildentwürfen und Schallplattencovern. Ein Audioguide bietet Musik von Weill sowie 10 akustisch animierte Hörbilder, in denen Weill-Expertinnen und -Experten den Komponisten und seine Musik aus unterschiedlicher Perspektive betrachten.

Das Kurt Weill Zentrum wurde im „Blaubuch“ der Bundesregierung als „Kultureller Gedächtnisort mit besonderer nationaler Bedeutung“ eingestuft. Dort heißt es: „Das Kurt Weill Zentrum ist eine ungewöhnliche, förderungswürdige Einrichtung mit großer Ausstrahlung, die internationales Ansehen gewonnen hat.“

Veranstaltungen 

Das Kurt Weill Zentrum widmet sich auch ganzjährig der aktiven Pflege des Werks von Kurt Weill. So findet seit 2010 regelmäßig die Veranstaltungsreihe ENTDECKUNGEN statt, die thematisch mit Vorträgen und Podien im Sinne eines Studium generale das Kurt Weill Fest einläutet. Musikalisch werden die Veranstaltungstage von Preisträgerinnen und Preisträgern des Deutschen Musikwettbewerbs abgerundet.

Das Kurt Weill Zentrum bringt sich zudem mit weiteren Veranstaltungen in das regionale Kulturleben ein, wie etwa bei der „Féte de la Musique“ oder der Festwoche des Kulturforums.

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Helen Hahmann

Helen arbeitet freiberuflich für das Netzwerkbüro und ist die verantwortliche Redakteurin für das Projekt #volltemperament. Die promovierte Musikethnologin ist unter anderem Expertin für das Instrument mit den 1000 Namen, das in jede Hosentasche passt: die Maultrommeln, sowie für das Jodeln und die Jodlerwettstreite im Harz. Sie arbeitet darüber hinaus als Hörfunkautorin und Audiobiografin.