© Felix Abraham
Trotz der
Gefahr.
von seiner Tochter Irene Currie.
© Felix Abraham
Irene Currie (geb. 1927 in Schwerin) lebt in ihren ersten Lebensjahren mit ihrem Vater, dem Komponisten Alfred Tokayer und ihrer Mutter, der Opernsängerin Margarete Monzel (alias Lucie Rena), zwischen Berlin und Köthen. Köthen ist die Heimatstadt von Alfred Tokayer. Die Großeltern betreiben dort ein Schuhgeschäft. Als Alfred Tokayer 1933 vor den Nazis ins Exil nach Paris flieht, bleiben Mutter und Tochter zurück in Deutschland. Irenes Mutter will hier als Sängerin Karriere machen. Die Scheidung der sogenannten „Mischehe“ zwischen einem Juden und einer „Arierin“ erscheint Irenes Eltern als unvermeidlich. Nach zähem Scheidungskampf über Ländergrenzen hinweg, lässt Irenes Mutter ihre Tochter schließlich nach Paris zu ihrem Vater, denn die Verleumdung ihres jüdischen Kindes und ihr unstetes Leben als Künstlerin sind für Irene zur untragbaren Belastung geworden.
Irene lebt ab 1937 mit ihrem Vater in Paris und Limoges, ohne festen Wohnsitz, staatenlos, oft in Lebensgefahr und in Mangel am Nötigsten. Als Jugendliche erlebt sie ihren Vater als enthusiastischen Musiker, der an keinem Klavier vorbeigehen kann, ohne es zu spielen.
Als humorvollen, erzählbegabten, umtriebigen, fantasievollen, mit Haut und Haar der Musik und seinem Kind verschriebenen Menschen, der trotz der widrigen Umstände nie verbittert, immer mit der Vision, dass alles gut wird – bis zuletzt.
Ein Interviewfilm von Helen Hahmann und Robert Dobe.
Idee & Interview: Helen Hahmann
Dramaturgie & Schnitt: Robert Dobe
Kamera, Ton & Postproduktion: Felix Abraham
Das Projekt entstand in Kooperation mit Musikland Sachsen-Anhalt.