#volltemperament: 24 Klänge aus Sachsen-Anhalt in Brüssel

© Ernest Thiesmeier

Am 29.09.2025 haben wir unsere Filmreihe #volltemperament: 24 Klänge aus Sachsen-Anhalt in der Landesvertretung Sachsen-Anhalts bei der Europäischen Union in Brüssel vorgestellt. Mehr als 100 Gäste waren der Einladung der Landesvertretung gefolgt und erhielten einen lebendigen Eindruck von der musikalischen Vielfalt des Landes.

Kulturstaatssekretär Dr. Sebastian Putz eröffnete den Abend und übermittelte die Grüße von Staats- und Kulturminister Rainer Robra. In seiner Rede machte Putz deutlich, dass Sachsen-Anhalts Klang nicht von einem besonderen Ton geprägt sei, sondern vielmehr von unzähligen verschiedenen, einer enormen Bandbreite von Stimmen und Ausdrucksformen, die, wenn man ganz aufmerksam zuhöre, am Ende nach „Heimat“ klängen.

Die Geschäftsführerin des Netzwerkbüros Musikland Sachsen-Anhalt, Dr. Anett Krause, machte in ihrer Eröffnungsrede deutlich, dass gerade ein Flächenland wie Sachsen-Anhalt seine Stärke im Reichtum der kulturellen Vielfalt hat – quer durch die Genres, Epochen und Kunstformen. Mit Blick auf die im kommenden Jahr anstehenden Wahlen erinnerte sie daran, dass diese Vielfalt keineswegs selbstverständlich ist. Sie verwies auf die Sorgen der Kulturszene angesichts politischer Kräfte, deren Agenda Ausgrenzung und Einschränkung bedeute, und sie betonte die Wichtigkeit, die kulturelle Vielfalt des Landes auf allen Ebenen zu verteidigen.

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Die Filmreihe #volltemperament: 24 Klänge aus Sachsen-Anhalt stand im Zentrum des Abends. Anett Krause und der Regisseur der Serie, Eike Goreczka, führten durch den Abend und machten zuerst das filmische Prinzip der Serie anschaulich: Denn inspiriert vom großen Johann Sebastian Bach haben sich die Macher:innen vorgenommen, prägende Aspekte der Musiklandschaft Sachsen-Anhalts über ihren Klang erfahrbar zu machen – von historischen Orten und Institutionen über die Chorszene bis hin zu zeitgenössischen Projekten. Wie bei Bachs wohltemperiertem Klavier kann jeder Einzelton – also jede einzelne Episode – für sich allein stehen, doch erst das Zusammenspiel aller Filme zeigt die ganze Vielfalt des Landes und macht seinen spezifischen Sound erlebbar. Das Publikum hörte den Erzählungen des Regisseurs gespannt zu, die Filme wurden interessiert aufgenommen und im Anschluss entwickelten sich zahlreiche Gespräche über Orte, Menschen und musikalische Projekte des Landes.

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Musikalisch begleitet wurde der Abend vom Magdeburger Gitarrenduo Guitarra de Aventura, Gregor Schienemann und Guido Käpernick. Mit ihrem breiten Repertoire von Renaissance über klassische und zeitgenössische Musik bis hin zu Jazz und Popularmusik spannten sie einen Bogen, der die filmischen Einblicke ergänzte und die Vielstimmigkeit des Musiklands Sachsen-Anhalt noch einmal anders hörbar machte.

Der stimmungsvolle Abend in Brüssel hat ein Musikland gezeigt, das Vielfalt lebt, diese pflegt und seine kulturellen Stimmen selbstbewusst auch in die europäische Öffentlichkeit trägt. Und er hat ganz bestimmt viele Gäste neugierig gemacht, dieses Musikland Sachsen-Anhalt kennenzulernen.

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Helen Hahmann

Helen arbeitet freiberuflich für das Netzwerkbüro und ist die verantwortliche Redakteurin für das Projekt #volltemperament. Die promovierte Musikethnologin ist unter anderem Expertin für das Instrument mit den 1000 Namen, das in jede Hosentasche passt: die Maultrommeln, sowie für das Jodeln und die Jodlerwettstreite im Harz. Sie arbeitet darüber hinaus als Hörfunkautorin und Audiobiografin.