Wir sprechen mit Folkert Uhde von der Köthener Bachgesellschaft darüber, wie man das kulturelle musikalische Erbe Sachsen-Anhalts in die heutige Zeit transportieren kann.
Johann Sebastian Bach war zu seiner Zeit ein großer Innovator – wie kann man sein kompositorisches Schaffen in die Gegenwart übersetzen, wie mit modernen Kulturtechniken verbinden, die Bach vielleicht heutzutage auch nutzen würde?
Folkert Uhde widmet sich in seinen Konzertformaten für die Köthener Bachfesttage und als Geschäftsführender Intendant der Köthener Bachgesellschaft genau diesen Themen. Im BachLAB 2024 lud er Musikstudierende dazu ein, sich mit den historischen Tasteninstrumenten des 18. Jahrhunderts auseinanderzusetzen, die in der Neuen Musicalien-Kammer im Schloss Köthen ausgestellt sind. Werke Johann Sebastian Bachs und auch die seines Sohnes Wilhelm Friedemann Bach wurden von den Studierenden hier interpretiert und sie sind der Fragestellung nachgegangen, auf welchem Tasteninstrument die Kompositionen beispielsweise des „Clavierbüchlein für Wilhelm Friedemann“ vorgesehen waren. Die Instrumente auf historisch fundierte Weise zum Klingen zu bringen, bringt die Musik Johann Sebastian Bachs und seines Sohnes Wilhelm Friedemann ins Jetzt.
Folkert Uhde interessiert, wie man mit viel Experimentierfreude die zahlreichen authentischen Orte, an denen in den vergangenen Jahrhunderten in Sachsen-Anhalt Musik gemacht wurde, in der Gegenwart
zum Klingen bringen kann. In unserem Interview beleuchtet Folkert Uhde dieses Thema mit Einblicken in seine künstlerischen Arbeit und seine Motivation dahinter.
Er widmet sich dem Konzertdesign und bringt Musiker:innen an historische Konzertorte, überlegt sich neue Wege, das reiche musikalische Erbe der Region in moderne Form zu bringen. Köthen ist ein Ort von
künstlerischer Musikforschung. Uhde hofft auf dessen Etablierung im internationalen Kontext.
Folkert Uhde unterrichtet neben seiner Tätigkeit als Intendant der Köthener Bachgesellschaft und der Köthener Bachfesttage an verschiedenen Hochschulen und Universitäten und berät Institutionen zu künstlerischen und strategischen Zukunftsthemen. Er entwickelt in innovativen Projekten Theorie und Praxis des Konzertdesigns als Denkansatz zur umfassenden Neugestaltung der klassischen Konzertform. Auch für das Thema Regionalentwicklung durch Kultur engagiert er sich.
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Mehr InformationenIn der Reihe Musikland im Gespräch sind weitere Interviews mit Netzwerkpartner:innen erschienen, u.a. mit mit der Geschäftsführerin des Landeschorverbands, Christel Kanneberg, mit Oboistin und Instrumentalmusikpädagogin Beatrix Lampadius und dem Kantor an der Stadtkirche Wittenberg, Kirchenmusiker Christoph Hagemann.


